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Ringo (Original Stagecoach)

Ringo, im Original Stagecoach (Postkutsche), ist ein Western von John Ford. Der Film erzählt die Geschichte einer von neun Personen unternommenen Postkutschenfahrt von Tonto (Arizona) nach Lordsburg (New Mexico). Die Handlung spielt in den frühen 1880er Jahren.
 Ein kurzer Vorspann bringt die Handlung des Films in einem historischen Hintergrund, der mit der Nennung des Namens Geronimo auf einen Nenner gebracht wird. Der Apachenanführer befand sich mit einer kleinen Anzahl von Gefolgsleuten auf dem Kriegspfad und verbreitete Angst und Schrecken im Grenzbereich von Arizona und New Mexico.


Dann wendet sich die Schilderung der Hauptstraße der Stadt Tonto in Arizona zu. Dort fährt gerade eine Postkutsche von Wells Fargo & Company ein. Neben Passagieren bringt sie auch Fracht mit sich, insbesondere fünfzigtausend Dollar Lohngelder, die der örtlichen Bank übergeben werden. In Tonto bildet sich nun eine neue, sehr heterogene Reisegesellschaft zur Weiterfahrt nach Lordsburg in New Mexico. Neben dem gutmütigen, aber wenig durchsetzungsfähigen Kutscher Buck nimmt der Sheriff (eigtl. Marshal) Curly Wilcox auf dem Kutschbock Platz.

Deutscher TitelRingo
OriginaltitelStagecoach
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1939
Länge97 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
RegieJohn Ford
DrehbuchDudley Nichols
Ben Hecht
ProduktionWalter Wanger
John Ford
MusikOrig.mus.: Gérard Carbonara
Mus.dir: Boris Morros
Mus.adapt.: Richard Hageman
William Franke Harling
John Leipold
Leo Shuken
Louis Gruenberg
KameraBert Glennon
SchnittOtho Lovering
Dorothy Spencer
Walter Reynolds
Besetzung
John Wayne: Ringo Kid
Claire Trevor: Alice (orig. Dallas)
Thomas Mitchell: Dr. Josiah Boone
Andy Devine: Buck
John Carradine: Hatfield
George Bancroft: Sheriff Curly Wilcox
Donald Meek: Samuel Peacock
Louise Platt: Lucy Mallory
Berton Churchill: Henry Gatewood
Brenda Fowler: Mrs. Gatewood
Nora Cecil: Boones Hauswirtin
Tim Holt: Lieutenant Blanchard
Chris-Pin Martin: Wirt Chris
Elvira Ríos: Yakima, Chris' Frau
Francis Ford: Wirt Billy Pickett
Marga Ann Deighton: Mrs. Pickett
Tom Tyler: Luke Plummer
Vester Pegg: Ike Plummer
Joe Rickson: Hank Plummer
Jack Pennick: Jerry, Barkeeper in Tonto
Duke R. Lee: Sheriff von Lordsburg

Er verfolgt den entlaufenen Sträfling Ringo, den er in Lordsburg vermutet. In der Kutsche reist die schwangere Offiziersgattin Mrs. Mallory, die ihren Ehemann an der nächsten Station wähnt, in Apache Wells. Wie sie gehörte auch der ängstliche Schnapsvertreter Peacock bereits zu den vorherigen Passagieren. Peacock wird wegen seines Auftretens bisweilen als Geistlicher angesprochen und wirkt so unscheinbar, dass die Mitreisenden ständig seinen Namen vergessen. Spontan, quasi in letzter Sekunde entscheidet sich der elegant auftretende Hatfield zur Mitreise. Er bietet sich als weiterer Beschützer für Mrs. Mallory an. In Tonto hatte er allerdings weniger einen Ruf als Gentleman, denn als notorischer Glücksspieler.

RolleDarstellerSynchronsprecher (1963)
Ringo KidJohn WayneGert Günther Hoffmann
AliceClaire TrevorIngeborg Wellmann
Dr. Josiah BooneThomas MitchellFritz Tillmann
HatfieldJohn CarradineGerd Vespermann
BuckAndy DevineGerd Duwner
Sheriff Curly WilcoxGeorge BancroftCurt Ackermann
Lucy MalloryLouise PlattMarianne Lutz
Henry GatewoodBerton ChurchillSiegfried Schürenberg
Luke PlummerTom TylerRainer Brandt
ChrisChris-Pin MartinToni Herbert
FrankFranklyn FarnumManfred Meurer
Barkeeper JerryJack PennickHans Walter Clasen

Eher unfreiwillig steigen zwei weitere Passagiere der Kutsche zu. Zunächst die Prostituierte Alice, die von einer Abteilung Damen der örtlichen Liga für Tugend und Sitte, unterstützt durch einen Gesetzeshüter, aus der Stadt vertrieben wird. „Unsere Männer werden uns dankbar sein“, behauptet eine der Anstandsdamen. Als die Bedrohung durch die Apachen bekannt wird, versucht man von Seiten der Damen die Offiziersgattin Mrs. Mallory von der gefährlichen Reise abzuhalten. Gegenüber dem leichten Mädchen jedoch bleiben die anständigen Damen von solch fürsorglicher Tugend unberührt. Diese wird bedenkenlos in die Gefahr verstoßen.

Besetzung
Thomas Mitchell in seiner Oscar-prämierten
Rolle als Doc Boone
Claire Trevor als Dallas
John Wayne als Ringo Kid
Andy Devine als Buck
John Carradine als Hatfield
Thomas Mitchell als Doc Boone
Louise Platt als Lucy Mallory
George Bancroft als Marshal Curley Wilcox
Donald Meek als Samuel Peacock
Berton Churchill als Henry Gatewood
Tim Holt als Leutnant Blanchard
Tom Tyler als Luke Plummer

Als zweiter Ausgestoßener schließt sich der Arzt Dr. Josiah Boone der Prostituierten an. Der raubeinige Heilkünstler, der als übler Trunkenbold verrufen ist, wird von seiner Hauswirtin wegen Mietrückstandes vor die Tür gesetzt. Die Hauswirtin schließt sich prompt den Anstandsdamen an, deren Wortführerin die Gattin des Bankiers Gatewood ist. Deren Ehemann hat unterdessen die übergebenen Lohngelder unterschlagen und steigt, mit seiner Beute als einzigem Gepäckstück, am Stadtrand heimlich der Kutsche zu. Angeblich hat er telegrafisch eine Nachricht aus Lordsburg erhalten, dass man ihn dort erwarte; was aber nicht sein kann, da die Telegrafenleitung unterbrochen ist.

Nicht aufgeführt:
Häuptling John Big Tree als indianischer Späher
Yakima Canutt als Kavallerie-Späher
Nora Cecil als Boones Vermieterin
Francis Ford als Unteroffizier Billy Pickett
Brenda Fowler als Mrs. Gatewood
William Hopper als Unteroffizier
Duke R. Lee als Sheriff von Lordsburg
Chris-Pin Martin als Chris, Gastwirt
Vester Pegg als Hank Plummer
Jack Pennick als Jerry, Barkeeper in Tonto
Joe Rickson als Ike Plummer
Elvira Ríos als Yakima, die Apachenfrau von Chris
Whitehorse als Indianerhäuptling

Außerhalb der Stadt, als sich die Postkutsche schon in der Steppe befindet, stößt als neunter Reisender der Outlaw Ringo zu der Gruppe. Er hat sein Pferd verloren, wird vom freudig überraschten Sheriff mit angelegter Schrotflinte empfangen und in Gewahrsam genommen. Mitreisende und Zuschauer erfahren nun, dass er aus dem Gefängnis entwichen ist, um die Plummer-Brüder zu verfolgen, die seinen Vater und Bruder ermordet und ihn selbst durch Falschaussagen erst ins Gefängnis gebracht hatten.
In der engen Kutsche zusammengepfercht, entladen sich Vorurteile und soziale Spannungen zwischen den Reisenden in teilweise hitzigen Wortgefechten. Die nach eigener Einschätzung „Anständigen“ distanzieren sich von den „Asozialen“. Bildlich verdeutlicht wird dies bei der ersten Zwischenstation Apache Wells, wo sich die Anständigen auch räumlich von den von ihnen Verachteten entfernen können. Als Wortführer des Establishments versucht sich vor allem der betrügerische Banker Gatewood zu profilieren. Er glänzt mit Unternehmersprüchen, die von seinem eigenen Verhalten konterkariert und in ihrer Hohlheit offenbart werden. Auch die aus Virginia kommende Schwangere zeigt, unterstützt von dem kaum von ihrer Seite weichenden Südstaatler Hatfield, starkes Distanzbedürfnis.
Währenddessen haben Ereignisse im äußeren Umfeld das Gefahrenpotenzial erhöht. Die bis dahin begleitende Militäreskorte wird zu anderen Aufgaben abberufen, die in Apache Wells vermutete Ablösung war bereits zuvor weitergezogen. Die Postkutsche muss ihre Reise nun auf sich selbst gestellt weiterführen. An der nächsten Zwischenstation Dry Fork herrscht eine düstere, bedrohliche Stimmung. Stationshalter Chris empfängt die Gruppe mit der schlechten Nachricht, dass die Militärpatrouille in einem Gefecht mit Apachen aufgerieben und der Ehemann von Mrs. Mallory schwer verwundet wurde. Erschüttert von dieser Nachricht, bricht die Hochschwangere zusammen und gebiert an diesem Ort eine Tochter. Als hilfreiche Unterstützer bewähren sich dabei vor allem die Prostituierte Alice und der Arzt Dr. Boone, nachdem „das besoffene Schwein“ (Hatfield über Boone) zwangsweise ausgenüchtert worden ist. Ringo macht am selben Abend Alice einen Heiratsantrag, doch diese zeigt sich zunächst zurückhaltend, da sie unsicher ist, ob er ihre „Vergangenheit“ akzeptieren würde.
Geburt, Säugling und geschwächte Wöchnerin halten die Gruppe länger als erwünscht am Ort. Neue Konflikte mit nunmehr veränderten Konstellationen brechen auf. Alice möchte Ringo zur Flucht überreden, doch dieser bricht den Fluchtversuch ab, als er Rauchwolken bemerkt, die von Aktivitäten der Apachen auf der beabsichtigten Wegstrecke künden.
Nach fortgesetzter Fahrt finden die Reisenden die dritte Zwischenstation, Lee's Ferry (Fährstation), als niedergebrannten Trümmerhaufen vor. Die Bewohner sind getötet worden. Nach gefahrvoller Flussüberquerung versucht man, durch einen Umweg die Apachen zu meiden. Als man die Reise schon fast erfolgreich überstanden wähnt, kommt es doch noch zum dramatischen Überfall der Apachen auf die Postkutsche und damit zur größten Bewährungsprobe. Hierbei zeichnen sich vor allem Ringo und Hatfield durch ihren Einsatz für die Gruppe aus. Letzterer zahlt dafür mit seinem Leben. Als (fast) alle Patronen verschossen sind und das sichere Ende gekommen scheint, bringt ein unerwarteter Kavallerieeinsatz die Rettung in letzter Sekunde.
Am Zielort Lordsburg angelangt, scheinen die Wege der Hauptfiguren in den ursprünglich beabsichtigten Bahnen auseinanderzulaufen. Alice zieht es ins Rotlichtviertel. Ringo verfolgt seine Rachegelüste gegen die vermeintliche Übermacht von drei gefährlichen Gegnern, nachdem der Sheriff ihn dafür „beurlaubt“ hat. Der eigentliche Showdown wird nur ansatzweise im Bild gezeigt. Nachdem der Anführer der Plummer-Brüder kurzzeitig als Sieger erschienen ist, dann aber tot zusammenbricht, ermöglichen der Sheriff und Dr. Boone dem nun doch vereinten Paar, Ringo und Alice, quasi durch den Hinterausgang die Stadt zu verlassen. – Boones Schlusskommentar: „Well, they're saved from the blessings of civilization“ (Sie sind gerettet vor den Segnungen der Zivilisation) ist in der deutschen Fassung nicht enthalten und wurde mit der unsinnigen Aussage „Warum sagen Sie ihm nicht, dass Luke den Mord gestanden hat?“ wiedergegeben (Luke Plummer war nach der Schießerei mit Ringo wortlos tot im Saloon zusammengebrochen).

 

  • Dem Drehbuch lag die im April 1937 in Collier’s Magazine publizierte Erzählung Stage to Lordsburg (dt. Postkutsche nach Lordsburg) von Ernest Haycox zu Grunde. Diese Geschichte war wiederum eine Adaption der 1880 veröffentlichten Novelle Fettklößchen (Boule de Suif) von Guy de Maupassant, deren Handlung in der Normandie zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges spielt.
  • Die zuerst in Deutschland vertriebene Fassung des Films bekam den Titel Höllenfahrt nach Santa Fe (dabei ging die „Höllenfahrt“ nach Lordsburg). Die 1963 neu herausgebrachte Originalfassung erhielt den Titel Ringo, benannt nach einer der Hauptpersonen.
  •  „Die Geschichte [des Films] erzählt von den eigentümlichen, halb allegorischen, halb mythischen Charakteren, die der Westen hervorgebracht hat, von Spielern, Trunkenbolden und Huren, die ehrbar sind, und von Geschäftsleuten und Bürgerfrauen, die es nicht sind.“ (Seeßlen/Weil)
     
  • Vor dem Endkampf mit Ringo wird Luke Plummer beim Pokern gezeigt. Er hält zwei schwarze Asse und zwei schwarze Achten auf der Hand, das „Blatt des toten Mannes“ (dead man's hand). Wild Bill Hickok soll just dieses Blatt in Händen gehabt haben, als er erschossen wurde.
     
  • Für die Rolle des Kutschers Buck war eigentlich John Fords und Waynes Freund Ward Bond vorgesehen. Da sich herausstellte, dass Bond mit dem Fahren der sechsspännigen Kutsche überfordert war, aber keine Zeit für „Fahrstunden“ vorhanden war, bekam Andy Devine die Rolle.








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John Ford (* 1. Februar 1894 in Cape Elizabeth, Maine als John Martin Feeney; † 31. August 1973 in Palm Desert, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur und Filmproduzent, der über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods gehörte und filmhistorische Bedeutung erlangte.

Er gewann vier Oscars in der Kategorie Beste Regie und ist damit Rekordpreisträger unter den Regisseuren der Oscar-Geschichte. Er wurde insbesondere als führender Regisseur des amerikanischen Westerns berühmt und drehte wegweisende Filme des Genres wie Ringo, Faustrecht der Prärie, Der Schwarze Falke und Der Mann, der Liberty Valance erschoß.
Insgesamt umspannte Fords Filmkarriere über 140 Filme in fast 50 Jahren.

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