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Rio Bravo

Rio Bravo (Originaltitel: Rio Bravo) ist ein US-amerikanischer Western von Howard Hawks aus dem Jahre 1959 mit John Wayne in der Hauptrolle. 

 John T. Chance ist Sheriff in der texanischen Stadt Rio Bravo. Sein einstmals zuverlässiger Hilfssheriff Dude ist durch eine unglückliche Frauengeschichte vor ein paar Jahren zum Säufer geworden und bettelt in einer Bar um etwas Geld für Alkohol. Der Herumtreiber Joe Burdette wirft spöttisch einen Silberdollar für Dude in einen Spucknapf. Chance will die Erniedrigung seines ehemaligen Hilfssheriffs nicht ansehen und wirft den Spucknapf um, woraufhin Dude ihn bewusstlos niederhaut.

Joe Burdette seinerseits schlägt Dude und tötet einen unbeteiligten Bargast, der einschreiten will. Chance kann sich schnell von dem Schlag erholen und sperrt Joe Burdette, mit Hilfe von Dude, wegen Mordes ins Gefängnis.

Deutscher TitelRio Bravo
OriginaltitelRio Bravo
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1959
Länge141 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
RegieHoward Hawks
DrehbuchLeigh Brackett
Jules Furthman
ProduktionHoward Hawks
MusikDimitri Tiomkin
KameraRussell Harlan
SchnittFolmar Blangsted
Besetzung
John Wayne: John T. Chance
Dean Martin: Dude
Ricky Nelson: Colorado Ryan
Angie Dickinson: Feathers
Walter Brennan: Stumpy
Ward Bond: Pat Wheeler
John Russell: Nathan Burdette
Claude Akins: Joe Burdette
Pedro Gonzalez: Carlos Robante
Estelita Rodriguez: Consuela Robante
Walter Barnes: Charlie, Barmann

Mit der Verurteilung Joes muss bis zur Ankunft des Marshals gewartet werden, was einige Tage dauern wird. Unterdessen wirbt Joes Bruder, der wohlhabende Rancher Nathan, Dutzende Revolverhelden und Kriminelle an, um das Gefängnis zu stürmen. Chance und sein alter Gehilfe Stumpy geraten in große Bedrängnis. Dude wird wieder als Hilfssheriff eingeschworen, mit der Bedingung, dass er sich vom Alkohol fernhalte. Als Nathan Burdette seinen Bruder im Gefängnis besucht, deutet Chance ihm an, dass Joe bei einem Erstürmungsversuch sofort erschossen werde, woraufhin der Rancher seine Strategie ändert.

RolleSchauspielerDt. Synchronstimme
John T. ChanceJohn WayneErnst Konstantin
DudeDean MartinHolger Hagen
Colorado RyanRicky NelsonGig Malzacher
FeathersAngie DickinsonUrsula Traun
StumpyWalter BrennanHans Hessling
Pat WheelerWard BondKlaus W. Krause
Nathan BurdetteJohn RussellWolf Ackva

Eines Abends trifft Chances Freund Pat Wheeler mit seinem Versorgungszug in der Stadt ein. Wheeler hört von der Lage und versucht Männer für Chances Unterstützung anzuwerben. Der junge Revolverheld Colorado, der als Wachmann den Versorgungszug von Wheeler begleitet, lehnt höflich eine Anwerbung ab, da er sich nicht einmischen wolle. Wheeler zieht, wie von Chance befürchtet, den Ärger von Burdettes Männern auf sich und wird hinterrücks erschossen. Dude kann den Mörder Wheelers verletzen und verfolgt diesen in eine zwielichtige Bar. Nachdem er beinahe wieder zum Trinken verführt wird, entdeckt er das Versteck des Mörders durch dessen Blutverlust und erschießt ihn.

Musik
My Rifle, My Pony and Me ("Mein Gewehr, mein Pony und ich") - gesungen von Dean Martin und Ricky Nelson
Cindy-gesungen von Ricky Nelson, Dean Martin und Walter Brennan
Rio Bravo-gesungen von Dean Martin (Abspann)

Unterdessen lernt Chance eine geheimnisvolle junge Frau mit dem Spitznamen Feathers kennen, die mit der Kutsche eingetroffen ist und in demselben Hotel wie er unterkommt. Wegen eines Steckbriefes, der auf ihre Beschreibung zutrifft, hält er Feathers zunächst für eine Falschspielerin, was sich allerdings später aufklärt. Die beiden kommen sich langsam näher, wenngleich der Sheriff ihre Annäherungsversuche in der brenzeligen Situation nur widerwillig annimmt.

Die erste Neuverfilmung,
El Dorado,
wurde 1966 gedreht, aber erst im Sommer 1967 in den Vereinigten Staaten (von Paramount) veröffentlicht. In diesem Film spielte Robert Mitchum die Rolle des Dean Martin, Arthur Hunnicutt die des Walter Brennan und James Caan die des Ricky Nelson. Hawks benannte die Nelson/Caan-Figur erneut nach einem Bundesstaat (in diesem Fall Mississippi), und in einer ironisch-humorvollen Abwandlung des Originalfilms machte Hawks ihn ungeschickt im Umgang mit Schusswaffen, aber geschickt mit dem Messer.

Dude hofft, wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben, doch am nächsten Morgen beginnt er wegen des fehlenden Alkohols zu zittern. In dieser körperlichen Schwäche entführen ihn mehrere von Burdettes Männern. Chance seinerseits wird beinahe gefangen genommen, kann sich aber unter Mithilfe von Colorados Schießkünsten und einem Ablenkungsmanöver von Feathers aus der Situation befreien. Colorado wird daraufhin auch zum Hilfssheriff ernannt.

Die zweite Neuverfilmung,
Rio Lobo
, wurde 1970 gedreht, und die Handlung entfernte sich noch weiter vom Original, angefangen mit dem Fehlen eines Gesetzeshüters, der zum Säufer wird. Die Handlung begann mit einem Zugüberfall der Konföderierten auf einen Goldtransport der Union während des amerikanischen Bürgerkriegs und verlagerte sich dann in einen texanischen Nachkriegsbezirk, der von einem reichen, arroganten Rancher kontrolliert wird. Die Helden, mit Ausnahme eines alten Mannes, der den Figuren von Brennan und Hunnicutt in den vorherigen Filmen ähnelt (hier Jack Elam), waren absolute Außenseiter. Neben Wayne und Elam spielten in diesem Film der mexikanische Filmstar Jorge Rivero (als Frenchie), Christopher Mitchum (der Sohn von Robert Mitchum) und Jennifer O'Neill mit.

Nach seiner Befreiung schämt Dude sich für seine Schwäche und will das Amt des Hilfssheriffs abgeben. Ein mexikanisches Lied, das aus dem Saloon mit Burdettes Männern erklingt, lässt ihn aber wieder Kraft schöpfen. Der Sheriff plant, sich nun bis zur Ankunft des Marshals mit seinen drei Gehilfen im Gefängnis verschanzen, und will noch letzte Rationen aus dem Hotel besorgen. Doch im Hotel haben Burdettes Männer inzwischen eine Falle gelegt und können Chance und Dude in ihre Gewalt bringen. Chance führt drei Männer von Burdette zum Gefängnis, aus dem sie nun Joe befreien wollen. Stumpy, der einst sein Land an die Burdettes verloren hatte und einen leidenschaftlichen Hass gegen diese hegt, eröffnet unvermittelt das Feuer und kann zwei der Männer erschießen; Colorado verwundet den dritten.
Sheriff Chance und Colorado führen Joe mit sich, um diesen gegen den immer noch in Gefangenschaft von Burdette befindlichen Dude einzutauschen. Dude und Joe laufen sich aus unterschiedlichen Richtungen entgegen und als sie nahe beieinander sind, greift Dude plötzlich Joe an und kann ihn besiegen. Es entwickelt sich eine Schießerei, bei der auch Stumpy, der eigentlich wegen seines verkrüppelten Beins im Gefängnis zurückbleiben sollte, und der mexikanische Hotelbesitzer Carlos dem Sheriff zur Hilfe eilen. Stumpy beginnt, ein paar Stangen herumliegendes Dynamit auf den Speicher zu werfen, in dem sich Burdettes Männer verschanzen. Als dieser zu brennen beginnt, ergeben Burdette und seine Männer sich dem Sheriff.
In die Kleinstadt kehrt wieder Ruhe ein und Chance kann endlich mehr Zeit mit Feathers verbringen. Diese zieht sich in ein aufreizendes, sehr dünnes Kleid an, dass sie in ihrer neuen Anstellung als Bardame im Hotel tragen wolle. Chance beginnt sich aufzuregen und will nicht, dass jemand außer ihm sie in dieser Aufmachung sehe – genau auf diese Reaktion hatte Feathers gehofft. Feathers wirft ihre schwarze Strumpfhose aus dem Hotelfenster auf die Straße. Der patrouillierende Stumpy entdeckt die Strumpfhose und macht Spekulationen darüber, dass der Sheriff bald heiraten könne, aber Dude warnt ihn spöttisch, er solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.

  • Der Film wurde vom 1. Mai 1958 bis 23. Juli 1958 gedreht und startete am 18. März 1959 im Verleih von Warner Bros. Pictures in den US-amerikanischen Kinos. 
  •  In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film am 25. August 1959 durch Warner Bros. Pictures veröffentlicht.
  • Der Film zählt zu den erfolgreichsten Western der Filmgeschichte. Die Cahiers du cinéma listen ihn auf Platz 12 der 100 besten Filme aller Zeiten. 
  • 2014 wurde der Film ins National Film Registry aufgenommen
  •  Rio Bravo gilt als Howard Hawks’ Gegenentwurf zu dem Klassiker Zwölf Uhr mittags (1952) von Fred Zinnemann, in dem Gary Cooper als Sheriff während der ersten beiden Handlungsdrittel vergeblich um Unterstützung bittet, bevor er im finalen Showdown mit Hilfe seiner Frau die Gangster schließlich doch fast im Alleingang zur Strecke bringt.
  • John Wayne spielt einen kühlen Profi, der sich seiner Stärken und Schwächen bewusst ist. Er trägt ständig ein Gewehr mit sich, „weil es Männer gibt, die mit dem Revolver schneller sind als ich“,  und er lehnt Hilfe von Amateuren konsequent ab.
  •  Ebenso konsequent nutzt Howard Hawks die professionellen Fähigkeiten seines Personals. Mitten im Film werden Lieder gesungen, „weil zwei der Hauptdarsteller Sänger sind“.
  •  Rio Bravo war der 22. und letzte Film, in dem John Wayne und sein Freund Ward Bond gemeinsam auftraten. Bond starb am 5. November 1960 im Alter von 57 Jahren
  •  Hawks nahm das Thema eines jeweils von John Wayne gespielten Hauptcharakters, der sich mit wenigen Gehilfen einer Übermacht erwehren muss, später in den Filmen El Dorado (1966) und Rio Lobo (1970) erneut auf

 
Drehorte

  • Die Westernkulisse der Old Tucson Studios (hier im Jahr 1984) diente als Drehort des Filmes für die Stadtszenen
  •  Old Tucson Studios – 201 S. Kinney Road, Tucson, Arizona, USA
  •  Stage 26, Warner Brothers Burbank Studios – 4000 Warner Boulevard, Burbank, Kalifornien, USA
  •  Stage 5, Warner Brothers Burbank Studios – 4000 Warner Boulevard, Burbank, Kalifornien, USA







Weitere Filme von:
Howard Winchester Hawks (* 30. Mai 1896 in Goshen, Indiana; † 26. Dezember 1977 in Palm Springs, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur der klassischen Ära Hollywoods. Hawks profilierte sich als einer der wichtigsten amerikanischen Filmregisseure seiner Generation. Er schuf u.a.den Western Rio Bravo
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